Mittwoch, 29.09.2021
19.00 Uhr
Tivoli Gotha, Am Tivoli 3

Die Belagerung Leningrads ist – was die Zahl der Opfer und die Permanenz des Schreckens betrifft – die größte Katastrophe, die eine Stadt im Zweiten Weltkrieg erlitt. Nahezu 900 Tage lang – vom 8. September 1941 bis zum 27. Januar 1944 – war die Metropole an der Newa von der Deutschen Wehrmacht eingeschlossen. Als Folge der Blockade starben rund eine Million Menschen, die weitaus meisten durch Hunger und Mangelerkrankungen. Der Vortrag beleuchtet das Leben in der belagerten Stadt und stellt die deutsche Belagerungsstrategie in den Kontext des deutschen Vernichtungskrieges der Wehrmacht in der Sowjetunion. Schließlich beleuchtet er die Stellung der Blockade in der deutschen sowie in der sowjetischen und postsowjetischen Erinnerungskultur. 

Prof. Dr. Jörg Ganzenmüller ist Vorsitzender der Stiftung Ettersberg in -Weimar und Professor für Europäischen Diktaturenvergleich an der Friedrich–Schiller-Universität Jena. Er ist Autor des Buches „Das belagerte Leningrad 1941-1944: die Stadt in den Strategien von Angreifern und Verteidigern“.